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Aktualisiert am 20.02.08 13:43 - Redaktion


Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich 1999 (6403 Byte)
Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz/Frankreich – Donnerstag, 27. Mai 1999

Konferenzinformationen finden sie in deutscher Sprache
Pour des raisons techniques, la version française sera diffusé à compter de mardi le 1er juin. Nous vous présentons nos excuses.


20.00 Uhr Schweiz: Subjektives zu einem christlich-jüdischen Abend

Ben Jizchak Feinstein interpretiert jiddische Lieder (7481 Byte)"Jüdische und christliche Messiaserwartungen" unter diesem Thema versammelten sich rund 400 Personen in der stadtbaslerischen St. Clara-Kirche. Seit 1798 feiert die katholische Gemeinde ihre Gottesdienste in dem Sakralbau, der im Besitz der Stadt Basel ist. Zum 200-jährigen Jubiläum wurde der Gemeinde die Benutzung für weitere 100 Jahre zugesagt. Die Regeln für den Gebäudeunterhalt sind klar. Für das Kirchenäussere ist die Stadt Basel zuständig, innen ist die katholische Kirchgemeinde verantwortlich. Lediglich bei Schäden an den Fenstern sei die Zuständigkeit nicht einfach zu erschliessen, meinte der Gemeindepfarrer André Duplain. Je nachdem, von welcher Seite der Schaden verursacht werde, wird auch bezahlt.
Die drei Kurzreferate wurden von Ben-Jizchak Feinstein mit jiddischen Liedern vertieft. Theophil Spörri, alias Ben Jizchak Feinstein, ist Pfarrer der reformierten Kirche, mit methodistischen Wurzeln. a capella, mit einer intensiven Mimik und Gestik, trägt der hagere, graugelockte Mann mit grosser Gürtelschnalle die Lieder aus dem Ostjudentum vor. Die Augen oft geschlossen, ist er ganz vertieft in die Klänge und Worte aus einer anderen Welt, nimmt viele der Zuhörenden mit, lässt sie die Welt vergessen und wieder finden, etwa, als sich das wortlose Gebetslied mit den Klängen des Martinshorns einer vorbeifahrenden Ambulanz mischt. Nur zögerlich, wohl aus Achtung vor der Tiefe der Gefühle, wird nach drei ersten Liedern applaudiert, dann aber geschieht es mit Überzeugung und echter Begeisterung.
TeilnehmerInnen am Abend zu jüdischen und christlichen Messiaserwartungen (8370 Byte)Dazwischen: Majmonides, Chassidismus, jüdische Messiaserwartungen (Prof. Dr. Ernst Ludwig Ehrlich). Ein Pfarrer und Gemeinderat in einer 20'000 Seelen zählenden Gemeinde, der nach einem Jahr in der Politik mit Erschrecken feststellt, wie sehr er sich schon dem Geistlichen entfremdet hat (Michael Raith). Er redet von säkularen Imitationen des Betens, hält wenig davon, apelliert für Ruhe und Zeit zur Kontemplation, die man sich nehmen müsse, redet von Dingen auf der anderen Seite, vom Reich Gottes, das ihm genüge und mehr sei als die modernen Utopien, vom Reich Gottes, das ihm als Politiker eine unverzichtbare Stimulanz sei. Dann wieder ein Pfarrer (Christoph Meister), wie wenn nur Pfarrer den Messias so erwarten, dass sie darüber zu referieren wagen. Er redet von Jeschua, von enttäuschten Jüngern, von Flucherwartungen, von der Tragik der Juden, von Auswegen, die doch nichts anderes den Sackgassen seien. Er redet vom Stammbaum Jesu, von messianischen Juden, die darin ihrem König begegnen, zitiert viel, wie wenn damit etwas bewiesen wäre.
Irritierend, dass nur Männer das Wort ergreifen, dass nur eine Frau zu hören ist, nicht verbal, nicht vom Altarraum aus, wo die Männer reden und nicht schweigen, sonder von hinten, wo niemand sie sieht, indirekt, über die Tasten und Pedale der Orgel. Was das mit dem Thema zu tun hat? Ich weiss es nicht, ahne nur, fürchte nur. Zum Glück tanzt danach im Lied der Chassidim die Profetin Mirjam, feiert die Ankunft des Meschiach. Also doch noch eine Frau vorn, im Zentrum, vor aller Augen. Irgendwie ist das der Höhepunkt des Abends, der Erwartungen.

Quelle: EMKNI - Jörg Niederer

17.30 Uhr Schweiz: Diskussion um Ergänzung der Statistik

Paul Wettstein bei der Präsentation der Statistik (7430 Byte)Zum letzten Mal wurde die Statistik von Pfarrer Paul Wettstein vertreten. Im Verlauf seiner Präsentation wurde der Antrag gestellt, dass der Statistik eine Rubrik "Durchschnittlicher Gottesdienstbesuch" eingefügt werden soll. Allein die Gottesdienstbesuchs-Zahlen würden ein realistisches Bild des Gemeindelebens ergeben. Nach einer längerer Diskussion wurde ein modifizierte Antrag knapp angenommen, der vorsieht, dass in Zukunft eine Rubrik "Geschätzter durchschnittlicher Gottesdienstbesuch" der Statistik eingefügt wird.

Quelle: EMKNI

17.00 Uhr Schweiz: Erstmals Bericht der Revisionskommission an die JK

Ernst Landis nachdem er seine Arbeit getan hat (6103 Byte)Erstmals erfolgte ein Bericht der Revisionskommission an die Jährliche Konferenz (JK) Schweiz-Frankreich. Festgehalten wurde, dass der Verein Evangelisch-methodistische Kirche (Verein EMK) nicht überschuldet ist. Um Aussagen machen zu können zur Entwicklung des Vereinsvermögens, braucht es laut Ernst Landis weitere Abklärungen und Angaben.
Weiterhin wird es als hilfreich erachtet, im Bedarfsfall auch eine externe Revisionsgesellschaft hinzuzuziehen.
Für die folgenden Konferenzjahre werden als Ziele die Beantwortung folgender Fragen festgehalten:
"- Stellen die als Entscheidungsgrundlage dienenden Unterlagen die finanzielle Situation des Vereins EMK angemessen dar?
- Besteht die Gefahr, dass der Verein EMK überschuldet ist?
- Nahm das Vermögen des Vereins EMK im Vergleich zum Vorjahr zu oder ab?"

Damit das geschehen kann, sollen vor allem auch die mit Rechnung und Wirtschaftszahlen betrauten Mitarbeiter in den Gemeinden unterstützt werden.
Der Bericht wurde einstimmig angenommen.

Quelle: EMKNI

16.00 Uhr Schweiz: Jahresrechnung 1998 der Zentralverwaltung genehmigt

Peter Binder studiert seine Unterlagen (8942 Byte)Der Bericht des Kirchenvorstandes wird vom Präsidenten Peter Binder vertreten. Er dankt zur Einleitung des Berichts den drei austretenden Mitgliedern aus dem Kirchenvorstand, Walter Zürcher, Heinz Fankhauser und Pfr. Daniel Krebs für ihre geleistete Arbeit im Kirchenvorstand. Ein Dank geht auch an Urs Imhof, Sekretär des Kirchenvorstandes, der eine neue berufliche Aufgabe übernimmt. Die Konferenz befasst sich mit der Jahresrechnung 1998 der Zentralverwaltung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Es werden einige Fragen zur Rechnung gestellt, auf die der Zentralverwalter Peter Herzog Antwort gibt. Die Jahresrechnung wird von der Konferenz genehmigt. Ausserdem nimmt sie Kenntnis vom Bericht und der Jahresrechnung 1998 der Zahlstelle und dem Bericht der Herausgeberkommission "Kirche+Welt". Im weiteren nimmt sie die Jahresrechnung 1998 der Pensionskasse der EMK entgegen. Längere Zeit wird über den Zwischenbericht betreffend Beziehung der EMK zu den selbständigen Werken gesprochen. An dieser Thematik wird weiter gearbeitet und sie an einer zukünftigen Jährlichen Konferenz (wahrscheinlich im Jahre 2001) erneut traktandiert.

Quelle: EMKNI

12.00 Uhr Schweiz: Sechs neue LaienpredigerInnen ernannt

Die Laienverkündigung in der methodistischen Bewegung ist seit den Anfängen vor über 250 Jahren eine entscheidende Stütze der kirchlichen Arbeit. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) bietet dafür spezielle Weiterbildungsprogramme an, so z.B. die mehrjährige, berufsbegleitende Ausbildung zum Laienprediger oder zur Laienpredigerin. Gleich sechs Personen konnten in diesem Jahr diese Studien erfolgreich abschliessen. Es sind: Ueli Berger aus Basel St. Johann, Lukas Fankhauser aus Zofingen, Matthias Fankhauser aus Thun, Markus Minder aus Lyss, Marlin Schindler aus Langenthal und Brigitta Schlatter aus Zofingen. LaienpredigerInnen können in der Verkündigung oder auch in anderen Bereichen der Gemeindearbeit eingesetzt werden, und werden von der Jährlichen Konferenz (JK) ernannt und beauftragt. Ab und an werden LaienpredigerInnen auch zu einem vollzeitigen Dienst auf einem Bezirk berufen und können auf diesem Weg auch ins vollzeitige Predigtamt der EMK geführt werden.

Quelle: EMKNI

10.30 Uhr Schweiz: Erstmals werden Dienstzuweisungen schriftlich bekannt gemacht

PfarrerInnen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) bekommen ihren Dienstort von der gesamten Jährlichen Konferenz (JK) zugewiesen. Im Wesentlichen bestimmt das Kabinett, bestehend aus Bischof und vier DistriktsvorsteherInnen, die Dienstzuweisungen der PfarrerInnen. Gemeinden und PfarrerInnen können darüber nur beschränkt mitentscheiden. Erstmals werden diese Dienstzuweisungen nicht am Ordinationsgottesdienst verlesen, sondern schriftlich allen Gottesdienstbesuchenden abgegeben. Um den Sendungscharakter dieser methodistischen Tradition, die aus früherer Reisepredigertätigkeit kommt, angemessen zu betonen, sollen am Konferenzsonntag die PfarrerInnen und Gemeindeglieder distriktsweise (die JK Schweiz-Frankreich hat vier Distrikte) in ihre Aufgabe gesandt und gesegnet werden.

Quelle: EMKNI

10.30 Uhr Schweiz: Kein besonderer Ruf nach Argentinien, es könnte auch Australien oder der Nordpool sein

Etienne Rudolph wird zusammen mit seiner Frau Anne und ihren Kindern eine Beauftragung in Argentinien annehmen. Der Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) aus dem elsässischen Bischwiller liess sich über drei Jahre zum Sozialerzieher weiterbilden.
Er habe keinen besonderen Ruf nach Argentinien. Es könnte auch Australien oder der Nordpool sein. Er freue sich aber, dass es in der autonomen Evangelisch Methodistischen Kirche in Argentinien möglich werde. Denn mit den methodistischen Tradition fühle er sich sehr verbunden. In der neuen Beauftragung kann Pfarrer Rudolph seine Qualifikationen als Theologe und Gemeindeleiter mit den sozialen Dienst ideal verbinden.

Quelle: EMKNI

10.30 Uhr Schweiz: Arbeiten am Anforderungsprofil für Laien

Daniel Sommer-Sidler an der Arbeit (7362 Byte)An der Sitzung der Laienvertreter, unter der Leitung des Konferenzlaienführers Daniel Sommer-Sidler, wurde vor allem am Entwurf des Grundlagenpapiers betreffend Aufgabenbeschreibung und Anforderungsprofil für Laien an der Jährlichen Konferenz gearbeitet. Es soll u.a. dazu dienen, Klarheit über die Aufgabe eines Laien an der Konferenz zu schaffen, aber auch helfen, dass Hemmungen betreffend Übernahme eines solchen Amtes abgebaut werden können. Grundsätzlich wurde der Entwurf positiv aufgenommen, an der Sitzung wurden zudem noch inhaltliche und redaktionelle Verbesserungsvorschläge eingebracht. An diesem Grundlagenpapier wird nun weiter gearbeitet, es wurde aber auch betont, dass das Papier den jeweiligen Verhältnissen und Strukturen von einzelnen Gemeinden angepasst werden kann. Geplant ist, so Daniel Sommer-Sidler, dass das Papier an der nächsten Jährlichen Konferenz verabschiedet werden kann. Weiter wurde an der Sitzung durch Ruth Werner, Grundkurssekretärin, auf das veränderte und aktuallisierte Angebot des Grundkurses aufmerksam gemacht (siehe dazu auch http://www.umc-europe.org/grundkurs/). Zum Thema machte sich die Versammlung auch, anhand eines kleinen Ausschnitts aus dem Bericht der Distriktsvorsteher, das persönliche Befinden des Pfarrers/der Pfarrerin in der Gemeinde bzw. den Dialog und Kontakt mit den Gemeindegliedern. Aus verschiedenen Gemeinden berichteten Laienvertreter von positiven Erfahrungen durch regelmässige Gespräche und dem Gedankenaustausch zwischen ihnen und dem Pfarrer/der Pfarrerin. "Wir müssen wissen, wie sich der Pfarrer/die Pfarrerin in der Gemeinde fühlt," so Daniel Sommer-Sidler.

Quelle: EMKNI

09.00 Uhr Schweiz:  Von vorbildlicher methodistischer Pünktlichkeit bis feuerfeste Pfarrerrobe - die Grussworte der Gäste

Es gehört zu den Gepflogenheiten der methodistischen Jährlichen Konferenzen (JK), dass Gäste anderer JKs und Gäste anderer Kirchen Grussworte und Einblicke in ihre Arbeiten vermitteln. In diesem Jahr werden die Gäste aus den deutschen Konferenzen sowie aus Österreich schriftlich auf einem A4-Blatt Einblick in die Arbeiten ihrer methodistischen Konferenzen geben.
Grussworte gab es aber vom Direktor und Vorsitzenden der Pilgermission St. Chrischona, von Karl Albietz. Im Gegensatz zu den Predigern der St. Chrischona habe er bei den Delegierten der Evangelisch-methodistischen Kirche eine grössere Pünktlichkeit festgestellt, erklärte er den etwas ungläubig sich räuspernden Anwesenden. Weiter sei die EMK mit ihrer JK in einer mit Konferenzen sehr gedrängten Zeit auf St. Chrischona. Jedoch würden sie alles daran setzten, dass die Delegierten den Eindruck erhalten, sie seinen die wichtigste aller Konferenzen und Tagungen.
Der Vertreter der evangelisch-reformierten Kirche, Dr. Georg Vischer unterstrich das gedrängtes Basler Kirchenprogramm und die Bedeutung der EMK in der Stadt am Rhein. Namentlich erwähnte er das grosse soziale Engagement der kleinen EMK. Für ihn sind besondere Farbtupfer die Brückenfunktion der EMK zwischen pietistischen Gemeinschaften und landeskirchlich organisierten Institutionen, die Internationale Perspektive der EMK und das Zusammenführen von Rechtfertigung und Heiligung in der methodistischen Theologie und Praxis.

Verschiedene RednerInnen äusserten sich zu 45 Jahren Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (ZKMSE). Am 14. Oktober 1954 wurde dieser methodistische "Genfer Sprengel" in Brüssel ins Leben gerufen. Die Delegierte, Anke Neuenfeld, der österreichischen JK erinnerte in diesem Zusammenhang an die grosse Solidarität der Konferenzen untereinander, und dass lediglich die JKs Österreich und Schweiz-Frankreich sich selbst finanziell tragen. Hartmut Handt, ein Gast aus der Deutschen Zentralkonferenz zitierte aus einem Artikel eines früheren Bischofs der ZKMSE, Ferdinand Sigg, der überschrieben war mit "Der Christ im feuerfesten Anzug" und mahnte die Connexio als besonderes methodistisches Kennzeichen der Kirchen untereinander an. Besonders verwies er auf konnexionale Verbindungen zwischen der ZKMSE und der Zentralkonferenz Deutschland. Als Beispiele solcher Verbundenheit erwähnte er das Theologische Seminar in Reutlingen, den Zeitschriftenbereich, die Glaubenskonferenz im österreichischen Hollabrun und die Rundfunkmission, wo Handt seit einem Jahr die Leitung inne hat.
Urs Eschbach, Distriktsvorsteher der EMK in der Schweiz, bezeugte, wie er durch eine Beauftragung in Bulgarien und verschiedene Reisen zu den Gemeinden in diesem Land über eine persönliche Midlife-Krise hinwegfinden konnte, und den Blick auf Wesentliches möglich wurde. So ist Urs Eschbach überzeugt, dass die Fragen der Kirche sich nicht an Personal- oder Finanzfragen entscheiden wird, sondern am Glauben, der Treue und Verantwortung der Glieder der weltweiten EMK.

Quelle: EMKNI